Murtal Alpaka

Jürgen & Jennifer Rupret

Rach 3
A-8755 St.Peter / Judenburg

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Alpakainfos

Alpakas (Lama Pacos) stammen ursprünglich aus Südamerika,

speziell aus den Ländern Peru, Bolivien und Chile.

 

Vor ca. 5.000-7.000 Jahren wurden hier die Alpakas von den Inkas domestiziert bzw. als „Vikunja“ und „Guanako“ gezüchtet.

Der weltweite Alpakabestand umfasst ca. 3,5 Millionen Alpakas, davon der Hauptbestand in Südamerika, alleine in Peru ca. 80% des weltweiten Alpakabestandes. Zusätzlich leben je ca. 150.000 Alpakas in Australien und in Nordamerika, 25.000 in England. Der Gesamtbestand in der EU (inkl. England) wird auf ca. 50.000 - 60.000 Alpakas geschätzt. Auch in Österreich ist der Alpakabestand ständig steigend, derzeit geht maan von ca. 3.000 - 4.000 Tieren aus.

Es gibt zwei Arten von Alpakas: das „Huacaya“ und das „Suri“, wobei etwa nur rund 4 % der Weltpopulation Suris sind.                

                                           

Beim Huacaya hat das Fell einen Crimp (= Wellung der Wollfaser) ähnlich den Merinoschafen, diese Faser fühlt sich warm und weich an.

Suris hingegen haben ein glattes Fell, welches in langen Locken von ihren Körpern hängt, diese Faser fühlt sich seidig und kühl an.

Alpakas sind eine Kamelart, genauer gesagt gehören sie zu den Neuweltkameliden, wie Lamas, Vikunjas und Guanakos und können ganzjährig im Freien gehalten werden. Sie sind sehr zäh und robust.

Im südlichen Teil von Südamerika sind sie extremen klimatischen Verhältnissen ausgesetzt und so sind sie es gewohnt, noch am selben Tag hohe Plus- und auch Minustemperaturen auszugleichen. Unser gemäßigtes Klima stellt keine großen Anforderungen an die hier lebenden Alpakas, wobei jedoch zumindest ein Unterstand zum Schutz vor Regen und Wind vorhanden sein muss. Dabei ist darauf zu achten, dass genügend Platz für alle vorhanden ist, damit rangniederere Tiere nicht abgedrängt werden. Zur Einzäunung reicht ein ca. 1,20 m hoher, einfacher Bretterzaun sowie auch ein Maschendraht- oder Wildzaun. (Vorsicht bei so genannten Schafnetzen-Verwicklungsgefahr!)

Fohlen werden in Südamerika „Crias“ genannt, die Stuten „Hembras“ und die Hengste sind die „Machos“ (Nomen est Omen).

Ein Alpaka wird ca. 20 – 25 Jahre alt und erreicht ca. 80 – 100 cm als Stockmaß.

Das Körpergewicht liegt ausgewachsen bei 60 - 75 kg,  die Crias  werden nach etwa 11,5 Monaten Tragezeit geboren und wiegen ca. 7-8 kg.

Die Geburt findet fast ausschließlich bei Tageslicht, meistens am Vormittag im Schutz der Herde statt.(Jäger wie Pumas sind in den Ursprungsländern meist dämmerungs- oder nachtaktiv!)

Kurz nach der Geburt steht das neugeborene Fohlen bereits und beginnt bei der Mutter zu säugen. Die Aufzuchtrate in unseren Breiten liegt bei ca. 90 %, in den Ursprungsländern Südamerikas liegt diese nur in etwa bei 33 %.

Nach etwa zwei bis drei Wochen ist die Stute wieder bereit und lässt so den Macho wieder gewähren.

Alpakas sind Schwielensohler. Im Vergleich zu Kühen, Pferden oder Schafen beschädigen sie nicht den Boden und die Grasnarbe auf denen sie sich bewegen. Da sie zusätzlich bei der Nahrungsaufnahme nicht „rupfen“, sondern die Spitzen gezielt „abgrasen“, sind sie ausgezeichnete Landschaftspfleger. Die Grasnarbe wird nicht verletzt und empfindliche Böden nicht beschädigt.

Die Hauptnahrung dieser Wiederkäuer ist Gras, Kräuter und nährstoffarmes Raufutter im Sommer und Heu im Winter. Durch die harten Bedingungen in ihrer Heimat sind sie ausgezeichnete Futterverwerter.

Kraftfutterzugaben sind nicht nötig, außer eventuell bei säugenden Stuten oder schwächeren Tieren, ein Mineral- und Salzleckstein sollte den Tieren jedoch angeboten werden. Permanenter Zugang zu frischem Wasser und Raufutter ist jedoch unbedingt erforderlich!

Ein Alpaka hat 0,08 Vieheinheiten. Eine Vieheinheit entspricht dem Futterbedarf einer Kuh.

„Auf der Fläche, auf der man ein Schaf übers Jahr halten/ sattmachen kann, können sechs Lamas oder acht Alpakas leben und satt werden“ (KRAFT 1997). Dennoch sollte nach unserer Auffassung von artgerechter Tierhaltung die Besatzdichte nicht wesentlich über der von Schafen liegen und 10 – 15 Tiere pro Hektar betragen.

Da Alpakas ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis haben, muss für die ersten zwei Tiere mit einer Mindestweidegröße von 1000m² gerechnet werden, eine Einzeltierhaltung ist nicht artgerecht da Alpakas Herdentiere sind. Auch eine Vergesellschaftung mit anderen Tieren ist nicht ausreichend!

Aufgrund ihrer sanften und gutmütigen Art sind Alpakas auch sehr gut für die „Therapiearbeit mit Tieren“ mit betagten oder benachteiligten Mitmenschen geeignet, sie sind sehr freundliche und gutmütige Wesen. Alpakas spucken nur in sehr seltenen Fällen nach Menschen (nur manchmal gegen ihre Artgenossen, um ihren Unmut zu äußern, oder das Futtervorrecht zu sichern). Sie sind intelligent, neugierig und liebevoll, haben eine beruhigende Art und lieben auch Kinder.

Sie legen selbstständig Mistplätze an, alle verrichten ihr „kleines und großes Geschäft“ auf denselben Haufen, welche auch zum Informationsaustausch (sogenannte Pi-Mails ;-)) innerhalb der Herde dienen.

Kommuniziert wird durch unterschiedliche Körperhaltungen und einer Vielzahl von Lauten in verschieden Tonlagen, doch vor allem ihr sanftes, fast schon anmutiges Summen macht sie so unbeschreiblich liebenswert.

Alpakas sind nicht anfällig für Krankheiten, ein besonderer Pflegeaufwand ist nicht erforderlich, aber das jährliche Scheren, bedarfsbedingte Entwurmen, Impfen und das regelmäßige Schneiden der Zehennägel gehören schon zu den Aufgaben dazu. Auch eine gute Kontrolle der Zähne und des gesamten Erscheinungsbildes ist ratsam. Die jährliche Schur der Alpakas vor dem Hochsommer ist ein maßgeblicher Teil der Pflege der Alpakas, sie dient auch zur wichtigen Regulation des Wärmehaushaltes.

In Europa werden Lamas und Alpakas hauptsächlich zur Wollgewinnung gezüchtet, wobei die Wollproduktion je Alpaka zwischen drei und sechs Kilogramm pro Jahr liegt.

Alpakawolle zählt neben Kaschmir und Seide zu den edelsten Naturfasern, ihre Langlebigkeit, Weichheit, Feinheit und ihr unbeschreiblicher Glanz haben sie weltweit, vor allem von der Textilindustrie so begehrt gemacht. In ihrer Heimat nannte man die Wolle auch das „Vlies der Götter“, weil Alpakas ausschließlich dem Hochadel vorbehalten waren. Das Farbspiel reicht von einem tiefen Schwarz bis hin zu reinem weiß, dazwischen gibt es um die zwanzig Farbabstufungen.

 

Das Potential der Faser ist enorm:

  • Die Alpakafaser ist eine der langlebigsten und haltbarsten Naturfasern (Entgegen weitläufiger Meinung ist die Alpakafaser keine echte Hohlfaser, sie enthält mikroskopisch kleine, in sich geschlossene Luftkammern)
  • Die Alpakafaser ist ein natürlich nachwachsender, sehr wertvoller Rohstoff (nur etwa 3% der weltweit verarbeiteten Tierhaare sind Alpakafasern)
  • Die Alpakafaser ist durch die Schuppenhöhe schmutzabweisend und selbstreinigend
  • Die Alpakafaser ist äußerst empfehlenswert für Allergiker (da sie kein Wollfett und so gut wie kein Eiweiß enthält - Hauptauslöser für Allergien)
  • Die Alpakafaser kann zu einem breiten Spektrum von Endprodukten verarbeitet werden
  • Die Alpakafaser ist angenehm weich und seidig auf der Haut
  • Die Alpakafaser ist ein reines, unverfälschtes und äußerst wertvolles Naturprodukt (nur ca. 3% aller weltweit verarbeiteten Tierhaare sind Alpakafasern)
  • Die Alpakafaser wird absolut natürlich gewonnen, kein Tier muss dafür leiden oder gar sterben
  • Die Alpakafaser ist strukturbedingt thermoregulierend (Luftkammern in der Faser)
  • Die Alpakafaser erfreut sich durch ihre umfangreichen  positiven Eigenschaften immer größerer Nachfrage und Beliebtheit, vor allem in der Sportbekleidungsherstellung
  • Die Alpakafaser kann auch Schadstoffe aufnehmen und binden
  • Die Alpakafaser hat im Vergleich zur z.B.: Schafwolle sehr geringe Verarbeitungsverluste (Durch die geringe Verunreinigung der Rohfaser können ein sehr hoher Prozentsatz von 70% bis 90 % an Endproduktfaser erreicht werden (Schafe: 45% bis 75 %)
  • Die Alpakafaser kann durch den geringen Fettanteil (Lanolin/Wollwachs) sehr schonend und ohne Chemie verarbeitet werden, was sie ökologisch äußerst wertvoll macht

 

Glückliches Österreich

Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Landwirtschaft in Österreich bedingt durch das Klima, der vielfältigen Vegetation, dem hohen Grünlandanteil, der historischen Charakteristika und der wunderbaren Landschaft die Möglichkeit zu verschiedensten wirtschaftlichen Tätigkeiten, wie z.B.:  Agrartourismus,  Erholung, biologische Bewirtschaftung, Spezialitätenherstellung und Kulturerhaltung, bietet.

Die Alpakazucht ermöglicht es zusätzlich im Einklang mit den „alten Rassen“ neue Wege zu gehen und bisher ungenutzte Ressourcen zu erschließen.

 

„Teuer in der Anschaffung, aber günstig im Unterhalt“ lautet die Devise. Es wird immer schwieriger in der Landwirtschaft Gewinne zu erzielen und so wird vor Allem die Steigerung der Wertschöpfung immer wichtiger. Durch die geringen Produktionskosten, den hochwertigen Rohstoff Alpakawolle und den relativ hohen Verkaufspreis, welcher für gute Zuchttiere erzielt werden kann, lohnt sich eine Investition in diese Marktnische schon bald.

Durch diese Umstände und die Tatsache das die Anzahl von hochwertigen Zuchttieren weltweit begrenzt ist (amerikanische Züchter gehen von nur etwa 500.000 weltweit zur Zucht geeigneten Tiere aus), können europäische Züchter zuversichtlich sein, innerhalb der nächsten 15 -20 Jahre in einen Wachstumsmarkt hineinzuwachsen und hohe Wertzuwächse und jährliche Umsatzzuwächse realisieren zu können.

Daher betrachten Kenner das Alpaka auch als „the world finest livestock investment“ und so findet das Alpaka in Europa einen riesigen potenziellen Markt.

Wenn die Landwirtschaft in der EU kostendeckend arbeiten soll und den Landwirten nur mehr die Möglichkeit eingeräumt wird, Märkte mit signifikant reduzierten EU-Subventionen zu erschließen, ist Diversifikation und Investition in ertragreichere Geschäftsideen unumgänglich.

Das Alpaka, das auch als „Aristokrat unter den Nutztieren“ bezeichnet wird, bietet hierfür ausreichend Potenzial.

Alpakas sind Wolllieferanten auf höchstem Qualitätsniveau, Weidetiere auch als Gesellschafter von z.B. Pferden, Schafwächter zur weiteren Absicherung der Herde, Landschaftspfleger, Helfer in der Physio- bzw. tiergestützte Therapie oder einfach nur sanfte Haustiere zur Bereicherung des Familienlebens.

Da von Alpakas eine ganz besondere Ausstrahlung und Harmonie ausgehen sind sie außergewöhnliche Wesen und wie geschaffen für die harmonische Nutztierhaltung im Einklang mit der Natur.

 

 

Glückliche, gesunde Tiere zu halten und zu züchten ist unsere Mission und das „Vlies der Götter“  ist unser Lohn!